bei Mir ankommen.

by Olaf Schäfer

Die Tür musste zweimal ins Schloss fallen, dass ich sie hörte –

einmal kurz zurück, war ich noch umgedreht, in Feuer und Luft.

nochmals Licht, Wärme// dann weißes Holz

hinter eisernem Griff.

 

Die Tür musste zweimal ins Schloss fallen, dass ich sie hörte.

 

– Ich senke erneut meinen Blick auf die Stufen nach unten

als ich abwärts gehe –

höre ihr zu//

fallen

// bei Mir ankommen.

 

Bin allein! atme auf: die Handschuhe…

poltere die Treppen, hinunter-hinaus –

in die Abkühlung! wovon in mir drin gewesen//

 

Ronald Kirks Mischung experimentellen DixielandJazz,s

deren letztgehörter Dreh zu 70er Fusion in dessen darin

untenliegenden ostinaten Bassantrieb//mich „elektrifiziert“, aufstehen,

und geerdet auf den Weg machen lassen hatten.

 

Bei – mir – knir – schen die Schritte//meines Körpers draußen.

– rollend zur Ampel lausche ich ihnen, als Autos brummen: splittzernd.

 

 

grün gehe ich Fließend über die Straße.
mein: Ich versinke kurz. In Straße und Reifen.
lande seicht auf der anderen Seite, sachte wieder zu mir.
Dort bleiben Sie leicht,
es kommen Pfoten, sanft und leise,
im kühlen weißen Schnee.

Aus der heißen Welt zu mir.

Der Wind
Bläst mir entgegen,
Er flackert an meinen Ohren.
mein offener Mantel
lässt meine Arme aufschwingen.
„Ich fliege!“ atme ich ein.

rieche Frauen,

höre von rechts die S-Bahn, und mit
ihre Weite, das Fahle und Halbe.
freue mich, in sie, ihr Dazwischen, zu tauchen,

den Weg zu mir heim.

Kurz bin ich so über mir, wo es dunkel ist, dass ich abgelöst vom Boden.
Befreit.
Berauscht.

Dann unten im Matsch stapfe ich Treppen hoch und mir entgegen
Glöckchen springen.

wie meine Schritte klängen,
frage ich mich?,
wenn ich antwortete?

Klirrend und Rasselnd wie die eines Cowboys?
Weiter auf Leisen Sohlen mit dem Krepp unter mir?
Oder wollte ich lieber mit zischendem Gleiten
und kratzend dahin?

[…]

Frollein, Frollein! Brüllte der eine Kioskier zur „Anderen, Dame. Ihr Gegenüber.“
kam mir anachronistisch in Sinn.

[…]

Tauche weg ins Innen meiner Bahn,
schreibend. Höre immer wieder auf,
das Quietschen des Zuges,
Timmy Thomas’ „Why-can’t-we-live-together“-Heimorgelakkorde herausbrechend.

[…]

Sonst ein blanker Transit, beim Aussteigen komme ich erneut ins Gehör.
Ein italienisches Paar.
Beschließe, sie zu überholen, erfreut, dass Sie mich weiter verfolgt.
Vergnügt plappernd und klappernd, mit klackernden Sohlen. Lasse mich hinziehen und sinken. Eine Verführung – gleich dort am Boden. Genieße ihren tanzenden Rhythmus auf mir. Nehme ihn auf, in Gedanken, und wiege ihn weiter. Die Erkenntnis, dass im Klang meines Schrittes, Identität von mir steckt.